Die Friedhöfe in Solln

Aussegnungshalle Sollner Waldfriedhof

Der alte Gottesacker um die alte Sollner Pfarrkirche St. Johann Baptist konnte die Verstorbenen bis zum Jahr 1879 aufnehmen. Er bestand mindestens seit dem 15. Jahrhundert, wahrscheinlich wesentlich länger. Kirche und ehemaliger Friedhof sind bis heute mit einer Mauer umgeben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung Sollns zu, es häuften sich die To¬desfälle. Deshalb legte die Gemeinde Solln 1879 bis 1883 einen neuen Friedhof im Flurbereich Am Stadtweg an, 0,35 ha groß, mit 449 Grabplätzen (Familiengräber und Nischen¬plätze). Das neuromanische Friedhofsgebäude errichtete Baumeister Johann Grimm.

Der neue (heute: alte) Sollner Gemeindefriedhof wurde im Laufe über eines Jahrhunderts zur Ruhestätte vieler Sollner Familien und bekannter Persönlichkeiten: So der Privatier Heinrich Mächler, der die ersten drei Bronzeglocken für die neue Pfarrkirche stiftete, die Welserhofbauern Gilg und der Metzgermeister und Sollner Original Andreas Zweck.
In dem bekannten Werk von Erich Scheibmayr Letzte Heimat. Persönlichkeiten in Münchner Friedhöfen werden viele bekannte Personen aufgezählt, genannt sei nur: Ernst Otto Fischer, in Solln 1918 geboren und in Solln 2011 gestorben, studierte an der TH München Chemie. Der Professor für Chemie erhielt 1973 den Nobelpreis für Chemie und zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Eingemeindungskrug 1938

Die Warnberger Schwestern wurden auf dem Gemeindefriedhof begraben. Nachdem deren Grablege im Sollner Gemeindefriedhof nicht mehr zu erweitern war wurde südlich des Klosters ein Schwesternfriedhof angelegt und 1931 feierlich eingeweiht. In den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts reichte auch der Gemeindefriedhof für die wachsende Bevölkerung nicht mehr aus. Bereits 1936 wurde an die Erschlie¬ßung eines größeren Friedhofs, des Waldfriedhofs, gedacht. Der städtische Architekt Bruno Biehler errichtete für die Gemeinde Solln die heute unter Denkmalschutz stehende Aussegnungshalle und legte den Friedhof landschaftsgärtnerisch an. Das Fresko an der Außenwand schuf der Maler Max Rauh, ebenso die Engel in der Aussegnungshalle. Bekannte Persönlichkeiten, die im Sollner Waldfriedhof ihre letzte Ruhestätte fanden: Der Komiker Weiß Ferdl,der Karikaturist Josef Blaumeiser, Vera Brühne neben ihrem Mann, dem Staatsschauspielr Hans Cossy, der Maler Georg Fugel, die Kammersängerin Felicie Hüni-Mihacsek. 1938 wurden beide Sollner Friedhöfe anläßlich der Eingemeindung von der Stadt München übernommen. Heute - nach zwei Erweiterungen - umfasst der Sollner Waldfriedhof eine Fläche von knapp sieben Hektar mit insgesamt rund 3000 Grabplätzen (Familiengräber, Urnengräber, Nischenplätze).


Literatur

  • Ingrid Sand, Friedhöfe und Gedenkstätten in Solln, Sollner Hefte 71, München 2012
  • Erich Scheibmayr, Letzte Heimat. Persönlichkeiten in Münchner Friedhöfen 1784-1984, München 1985
  • Erich Scheibmayr, Wer? Wann? Wo? Persönlichkeiten in Münchner Friedhöfen, 3 Bände, München 1989-2002