Die Parkstadt Solln

Blick vom Rodelberg, Zeichnung von Christa Rehm, 1998

Im Juni 1964 wurde ein Stadtratsbeschluß gefasst in Solln eine Hochhaus-Trabantenstadt zu bauen. Die Sollner wehrten sich ohne etwas zu erreichen. „Geplant und gebaut wurde die Parkstadt von der Wohnbau München GmbH (eine Tochtergesellschaft der Deutschen Wohnbau, kurz DEBA, deren Firmenzeichen am höchsten Bau der Parkstadt prangt) und dem Stadtplanungsamt. Führender Architekt war Ernst Maria Lang.“ (Ellenrieder 1999) Der Stadtratsbeschluß von 1964 bestimmte: „Mit sämtlichen Haustypen … soll die Parkstadt eine städtebauliche Konzeption verkörpern, bei der alle bisher gewonnenen architektonischen Erkenntnisse in die Tat umgesetzt werden.“

Die Einfamilienhäuser sollen vom Dorf Solln her einen sanften Übergang zu den Hochhäusern herstellen. Im Zentrum der Parkstadt befindet sich das Forum mit dem Einkaufszentrum, den Arztpraxen, der katholischen und evangelischen Kirche und der inzwischen gegen den erklärten Willen der Sollner Bevölkerung aufgehobenen Stadtbücherei.„Eingefriedet von Einfamilienhäusern und einem großen Schulsportplatz liegen ein Kindergarten und die Grund- und Hauptschule an der Sambergerstraße. Oberbaurat Alfons Schweiger und Oberbaudirektor Friedrich Zeitler planten und leiteten den Bau in Übereinstimmung mit Ernst Maria Lang.“ (Ellenrieder 1999)

DEBA-Hochhaus

Max und Moritz

Die nördlich der Schule liegenden Atriumhäuser sind gegeneinander versetzt und haben einen eigenen Innenhof, der von außen uneinsehbar ist. Das DEBA-Hochhaus in Zahlen: 64 m hoch, 20 Stockwerke, 541 Appartements, 178 Garagen, bewohnt von 1.000 bis 1.100 Personen. „Das DEBA-Hochhaus war ursprünglich als Hotel geplant, man erwartete zur Olympiade einen großen Bettenbedarf. Tatsächlich wird es als Appartement-Haus genutzt.“ (Ellenrieder) Höchst problematisch ist die Trennung der Parkstadt durch die sechsspurige Drygalski-Allee. Seit Jahren wird nach einer Lösung gesucht.

Über „Max und Moritz“, die beiden Hochhäuser an der schrieb die Süddeutschen Zeitung im Sommer 1967: „Es bleibt zu wünschen, dass das Prinzip dieser Häuser Schule macht; denn sie … allein können den heimlichen Wünschen nach dem (Baugrund verschlingenden) trauten Einfamilienhäuschen erfolgreich entgegenwirken.“ Der Name Parkstadt ist wohl aus Image-Gründen gewählt worden, denn von einem Park keine Spur. Die Parkstadt, so ein Bonmot, heißt deshalb Parkstadt, weil dort Autos parken. Hermann Sand

Wandbild in der Pausenhalle der Schule an der Sambergerstraße


Literatur

  • Stefen Ellenrieder, Die Parkstadt Solln, Sollner Hefte 8, München 1996
  • Stefen Ellenrieder, Parkstadt Solln, in: Hermann und Ingrid Sand (Hrsg.), Solln. Das Stadtviertelbuch, München 1999